Elisabeth Scharfenberg

Mitglied im Deutschen Bundestag
17.03.2017

Er verdient einen Euro, sie bei gleicher Arbeit 78 Cent – damit muss endlich Schluss sein!

Zum diesjährigen Gender Pay Day.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – davon sind wir weit entfernt. Denn für jeden Euro, den ein Mann verdient, bekommt eine Frau bei gleicher Arbeit nur 78 Cent. Damit leistet sich Deutschland einen der größten Lohnunterschiede in ganz Europa. Auch das Gesetz für Lohngerechtigkeit der Bundesregierung wird daran nichts ändern. Denn für 60 Prozent der erwerbstätigen Frauen wird es nicht gelten.

Zudem leisten Frauen immer noch den Löwenanteil unbezahlter Care- oder Sorgearbeit – gemeint sind Kinderziehung, die Pflege von Angehörigen oder haushaltsnahe Dienstleistungen. Das zeigt der gerade vorgestellte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Besonders in der sogenannten „Rush Hour des Lebens“ mit Mitte dreißig ist das am deutlichsten. Dann investieren Frauen täglich durchschnittlich 5 Stunden und 18 Minuten in Care Arbeit, Männer dagegen 2 Stunden und 31 Minuten.

Die Zeche zahlen Frauen. Denn während Männer Bausteine für ihre Karriere sammeln, sammeln Frauen Lücken: Um da zu sein für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, reduzieren viele Frauen Arbeitszeit, denn oft fehlen flächendeckende verlässliche und flexible Betreuungs- und Pflegeangebote. Aus der Teilzeitarbeit kommen sie dann nicht wieder heraus. Es entsteht der Gender Time Gap. Familienbedingte Berufsunterbrechungen und Teilzeitarbeit führen zu schlechteren Aufstiegschancen, geringerem Einkommen, niedrigeren Renten und einem höheren Risiko für Frauen in Altersarmut zu fallen. Zum Gender Time Gap, kommt der Gender Pay Gap und schließlich der Gender Pension Gap.

Es muss endlich Schluss sein mit diesen Lücken in Frauenbiographien. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit für die Frauen ist eine Frage der Gerechtigkeit. Zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen gehören auch eine gerechte Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit sowie Strategien zur Vermeidung von Altersarmut von Frauen.

Gute Rahmenbedingungen müssen her, um Familie, Pflege und Beruf wirklich unter einen Hut bringen zu können, und zwar mit geteilten Chancen und Risiken. Das bedeutet nicht nur die Hälfte des Einkommens für Frauen, sondern auch die Hälfte der Sorgearbeit für Männer.

Mehr zum Thema hier: Grüner Antrag zur Gleichstellung und auf meinem Mein Blog


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